In der Erwachsenenbildung, in der sozialen Arbeit, bei Teamtrainings und in der Kinder- und Jugendarbeit ist sie nicht mehr wegzudenken: Die Erlebnispädagogik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten ihren Weg durch fast alle Bereiche gebahnt, die handlungsorientiert mit Gruppen arbeiten.

In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist der Begriff Erlebnispädagogik erst Anfang der 1980er Jahre aufgetaucht und wurde in den 1990ern langsam bekannter, um in den 2000er Jahren einen regelrechten Boom zu erleben. Was Erlebnispädagogik genau ist, darüber scheiden sich freilich die Geister. Es gibt eine Reihe an Definitionen und wir möchten in einem anderen Blogartikel auch einige davon aufgreifen und die Unterschiede zwischen den Definitionen herausarbeiten. Gemeinsam sind aber fast immer:

Erlebnispädagogik  und die Herausforderung

Einzelpersonen oder Gruppen werden durch die didaktische und methodische Herangehensweise herausgefordert. Es ist zum Beispiel ein Hindernis, ein Problem oder eine wie auch immer verzwickte Situation zu bewältigen. Die Art und Weise der problemlösung hat sehr viel damit zu tun, wie die Einzelperson oder diese Gruppe auch im Alltag agiert. Diese Gruppenerfahrung wird zur Selbstreflexion genutzt, um sich und die Gruppe besser kennenzulernen.

Lehrgang Outdoor Erlebnispädagogik Freiraum

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Erlebnispädagogik und die Gruppenerfahrung

Die Haltung, Methodik und Didaktik der Erlebnispädagogik wird auch in Einzelmaßnahmen angewendet, aber in der Gruppe gibt es noch einmal spezielle Rebound Effekte: In der Gruppenerfahrung, der Gruppenselbsterfahrung und der Gruppendynamik liegen Schätze, die danach in einer Reflexion gehoben werden können.

Erlebnispädagogik, Transfer und Wirksamkeit

Die Reflexionen im Rahmen der handlungsorientieren Arbeit mit Gruppen sind sehr vielfältig: von klassischen verbalen Formen über nonverbale Methoden, von individuellen Ansätzen bis zu Positionierungen in Großgruppen, im Stehen, im Sitzen, im Gehen und sogar im Liegen. In welcher Form auch immer erfolgt eine Rückblende auf die gemeinsame Gruppenerfahrung. Dabei soll es aber nicht bleiben, sondern meist wird auch ein Transfer des Gehörten, des Gesprochenen und des Erlebten in den Alltag angestrebt. Wie kann die gemachte Erfahrung sich im Alltag integrieren? Letztendlich ist ein gelungener Transfer ein guter Maßstab, ob vorher vereinbarte Ziele erreicht worden sind.

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Erlebnispädagogische Weiterbildungen

Unsere Kurse zum Berufsbild Erlebnispädagogik sind in einem Lehrgang zusammengefasst, der seit 1996 beinahe jährlich stattgefunden hat. Die etwa einjährige Ausbildung startet zumeist im Mai oder Juni und baut von Kurs zu Kurs die Fähigkeit auf, erlebnispädagogische Konzepte für Gruppen zu planen, diese umzusetzen und den Kontakt zwischen den Zielen der Gruppe und dem Transfer zu halten.

Ob Vollzeit- oder Teilzeit, ob hauptberuflich oder nebenberuflich: Die Erlebnispädagogik hat in vielen Berufsfeldern Fuß gefaßt. Lesen Sie hier über den Lehrgang „Leiten und Führen“.