Mittwoch Nachmittag im Outdoor-Center „CSOD“ in Bohinj, Slowenien. Direkt am wunderschönen Bohinj-See: Hier startet heute die European Outdoor Education Conference (EOE) zum Thema „The Mediation of Experiences by Technology in the Outdoors – Opening or Losing Connections with the World“

Einige Konferenz-TeilnehmerInnen sind bereits da als ich ankomme. Ich erkenne viele bekannte Gesichter, wir begrüßen uns herzlich und freuen uns über das Wiedersehen. Heuer ist es meine 3. EOE, hier zu sein fühlt sich mittlerweile fast familiär an. Nach der Registration und Zimmer beziehen geht es relativ bald los mit der Eröffnung und einleitenden Worten der Zentrums-Leitung. Danach präsentiert Maja Odar den Triglav Nationalpark, in dem wir uns befinden: Flora und Fauna und Triglav, der höchste Berg Sloweniens, der für die Slowenen ihr wichtigstes Nationalsymbol ist. Den Einstieg beschließt Domen Ursic mit einer Präsentation des slowenischen Schulsystems, in dem für jede Schulklasse mindestens 3 Tage Outdoor-Programm verpflichtend und zu 100% staatlich finanziert sind. Eine tolle Errungenschaft, denke ich, immerhin gehen hierzulande die Kosten fürs Draußensein meistens zu Lasten der Eltern.

Der nächste Morgen startet mit einer Keynote von Chris Loynes, Präsident des EOE-Networks und Koryphäe im Bereich der Outdoor-Education im wissenschaftlichen Bereich. Er gibt einen Überblick über „Ancient And Modern Technologies“ – vom Kanu als Technologie an sich über Rucksäcke, GPS und Smartphones. Welche Technologie wird von uns toleriert oder als notwendig anerkannt, welche nicht? Warum ist es ganz üblich und unhinterfragt, beim Segeln GPS und co zu benutzen, wohingegen beim Wandern der Einsatz dieser Technologien sehr vernachlässigt wird oder gar belächelt?

Gemeinsam mit ungefähr 90 Teilnehmenden aus 25 Ländern, von Australien über Finnland bis nach Florida gehe ich den ganzen Tag von Vortrag zu Vortrag: es finden immer 2-3 presentations gleichzeitig statt, Dauer jeweils nur eine halbe Stunde. Hier ein kurzer Eindruck über die Bandbreite an Präsentationen:

John Quay aus Australien macht’s philosophisch und spricht über „Heidegger’s question concerning technology and its relevance for outdoor education“, es geht um die Unterscheidung von „herausfordern“ und „hervorbringen“.

Yesim Tunali aus der Türkei gibt einen eineinhalb-stündigen Workshop über „Exploring Biophilia : Our innate connection to nature and Life and the role of technology in connecting us back to nature and ourselves“ bei dem die Teilnehmenden sich mit der Frage nach dem Sinn beschäftigen und Smartphones als kreatives Tool zum Ausdruck benutzen. Bei mir entsteht ein Selfie im Handstand an einen Baum gelehnt, mein einzeiliges Gedicht dazu: playfully turning things upside down. Gar nicht so einfach!  (der Selfie im Handstand ; )

Graham French aus England spricht über „More than Lifeproof: Developing digital competence through outdoor learning“: Wenn wir die Technologien haben, warum unterrichten wir nicht wie sie richtig benutzt werden?! Richard Irvine aus England gibt einen Workshop zu „Woodcraft and knife skills in outdoor programms. A practical workshop exploring knife use and the ideas of Otto Salomon and Educational Sloyd“

Vier Tage lang kann ich hier als Teilnehmende einer nach der anderen Präsentation lauschen, an Workshops teilnehmen sowie am „Study-Visit-Day“ – hier gibt es Exkursionen zur Auswahl: Radfahren, Kanufahren, Kanu & Wandern.

Mein persönlicher Eindruck von der EOE: Ich kann mir aus den Präsentationen viel mitnehmen, mehr noch aus den Einzelgesprächen die ich zwischendurch mit einigen Teilnehmenden habe. Jedoch hätte ich mich über ein Gleichgewicht an praxisnahen und akademisch-theoretischen Themen gefreut. Der Großteil der Präsentationen war hier doch von AkdademikerInnen und wenig praxisnahe. Dafür die neueste Forschung zu bestimmten Themen!

Das EOE-Network möchte mit dieser Fachtagung einen Rahmen für Austausch von AkademikerInnen und Praktizierenden bieten. Dementsprechend ist hier beides zu finden: Präsentationen von AkademikerInnen und Präsentationen und Workshops von praktizierenden „Outdoor professionals“, diese jedoch in wesentlich geringerem Anteil. Da fast jede/r der Anwesenden auch selbst präsentiert, werde ich wohl nächstes Mal selbst meinen Teil zu einem Gleichgewicht in Form einer praxisnahen Präsentation oder eines Workshops beitragen…!

Book of Abstracts der diesjährigen EOE und weitere Informationen: https://www.csod.si/stran/eoe-2018-conference
Die Website des EOE Network:
http://www.eoe-network.eu/home/

Autorin: Larissa Breitenegger hat den Outdoor-Lehrgang 2010 absolviert und lebt und arbeitet als Erlebnispädagogin in Wien und Umgebung.

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